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Yukon Quest Alaska 2026 II

  • admin
  • October 2, 2025 at 9:40 AM

There are 3 replies in this Thread which has previously been viewed 861 times. The latest Post (October 19, 2025 at 2:39 AM) was by Peter_Kamper.

  • Peter_Kamper
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    • October 2, 2025 at 9:40 AM
    • #1

    Ich habe dies schon mal angesprochen:
    Es gibt ein paar gute Musher, die dem Rennen vor dieser Entscheidung dem YQA 750 zu gesagt haben. Gut so !
    Inzwischen wartet allerdings jeder gespannt darauf wie der Yukon River zufriert. Das wird sicherlich nicht vor Mitte Dezember passieren.
    -
    Nun aber zum Rest der Geschichte:
    Das Yukon Quest wurde von Trappern und Mushern mehr oder weniger angetrunken spät abends vor langer Zeit mal in einer Kneipe ausserhalb von Fairbanks erfundenen:
    “Ich schlag dich mit den Hunden in meinem Hof in einem Rennen von Fairbanks aus sicherlich bis nach Circle”
    “Ich schlag dich bis nach Dawson. Meine Hunde koennen das.”
    Noch ein Bier….
    "Ich schlag dein Team bis nach Whitehorse… “
    “Wie wäre es mit Seattle ?” (Diese Frage kam nach weiteren Bieren der Sage nach wirklich auf…)

    Damals waren es Trapper und Hundeführer, die sich über die Fähigkeiten ihrer Teams stritten und eine Wette machten:
    “Mein Team kann mit mir weit mehr Trails brechen als deins”
    “Du hast doch keine Ahnung was meine Leithunde tuen können…”
    Es war eine Wette, die schlussendlich zu einem großartigem Rennen wahrer Hundeführer wurde.
    -
    Langstrecken-Schlittenhunderennen in Nordamerika gehen zu Grunde.
    Es kostete Musher früher mal 10.000 Dollar um beim Quest anzutreten. Der Gewinner bekam 28.000 $
    38 Teams traten damals an. Die 10.000 $ um beim Rennen anzutreten beinhalteten in kleinster Weise die Hundehaltung, das Training oder die Fütterung ueber den Sommer.
    Heute…. ?
    Um Preisgelder zu gewinnen braucht man heut zu Tage spezielle Fütterung, leichte Aluminium Schlitten und was auch immer an toller Ausrüstung.
    Die Tage in denen ein Mann wie John Schandelmeier (gewann 1996) in seinem altem RefrigiWear Anzug oder ein alter bärtiger Trapper namens Charlie Boulding (gewann 1991 und 1993) das Rennen mit einem Holzschlitten als Sieger beendeten sind lange vorbei.
    “Tolle Leistung” sagte ein Reporter damals zu Charlie: Was fütterst du den Hunden?” - “Lachshappen von unserem Fischrad von am Fluss gefangenen Lachsen und Bieber aus meinen Fallen. Fuer teures Hundefutter habe ich kein Geld. ”, antwortete er. “”Sie lieben Bieberfleisch, … speziell die fettigen Schwänze aber dafuer muessen sie mit mir die Trapline abfahren. Sie verdienen sich ihr Futter...”
    Auch Frank Turner ist erwähnenswert. Er setzte immer auf seine grossen pelzigen Hunde, die nie schnell waren aber über lange Kilometer fuer fast immer durch tiefen Schnee, Stürme und Kälte oder verwehte Trails trotten konnten.
    Damals haben sich Hunde entlang des Trails mit ihrem dickem Pelz bei -40C einfach in den Schnee eingescharrt und sind mehr oder wenig gemütlich eingeschlafen. Wahre nördliche Trapperhunde…
    Damit war die Langstreckengeschichte grosser ordischer Hunde allerdings zu Ende.

    Die nun neu geschaffenen schnelleren 'Rassen', die nun Rennen mit leichten Schlitten gewinnen, haben unter -30C ernsthafte Probleme.
    Wir durften damals aber noch zugucken, als wahre Trapper (Charlie Boulding 1991/1993 und John Schandelmeier 1996) das Yukon Quest gewonnen haben.
    -
    Nie wieder wird ein Trapper mit seinem altem Holzschlitten ein Langstreckenrennen gewinnen.
    Heutzutage gibt es teure aber leichtgewichtige Mahlzeiten fuer Hunde. Die alten Holzschlitten der damaligen Trapper werden nur noch belächelt….
    Leider ist das Rennen heutzutage wie auch das Leben von Trappern die ihre Hunde nicht einfach benützen sondern damals auf sie angewiesen waren (!) inzwischen tot.
    Motorschlitten und Buschflugzeuge haben inzwischen allerdings das ersetzt, was früher mal Stotz einer Familie und eine Frage des Überlebens waren.
    ————
    Ich hoffe trotzdem, dass die Rennen weiter bestehen und die alte Kultur weiterhin gepflegt wird.
    Wenn ich allerdings alte Freunde des Yukon Quest Trails treffe und wir uns in die Augen schauen, müssen wir nicht viel reden.
    Wir wissen alle, dass wir in den vergangenen 28 Jahren den letzten Höhepunkt der wahren alten Schlittenhunderennen in Nordamerika mit stolzen Frauen und Männern erleben durften und sind alle dankbar fuer die Zeiten die wir mit Hunden und Mushern erleben durften.

    Die Rennen wie sie früher mit Stolz und und den dickköpfigen, trottenden und pelzigen Trapperhunden geführt wurden wird es nie wieder geben.
    Die Frage nach dem fünftem Bier:" Meine Hunde in meinem Hof können die Hunde in deinem Hof ganz sicher bis nach Whitehorse schlagen..." wird es auch nie wieder geben.
    Man kann nur glücklich sein diese Zeiten hautnah erlebt zu haben.
    -
    Trotzdem werden sich die alten Rennen weiter entwickeln, aber eben nur in viel diskutierter Form.
    Soweit zu meiner Meinung....

  • Snowdog
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    • October 2, 2025 at 3:36 PM
    • #2

    Danke Peter,

    daß du diese interessanten Details mit uns geteilt hast.

    Veränderungen müssen ja an sich nicht schlecht sein ! Immerhin haben Mini Cooper 3x hintereinander die Rallye Monte Carlo gewonnen. Heute kämpfen aber deutlich stärkere Modelle um den Sieg.

    Die sind wesentlich schneller, aber auch ungleich sicherer als die früheren Wagen. Die Veränderungen waren für die Fahrer durchweg positiv. Mehr Herausforderung zwar, aber "Abflüge" haben weitgehend ihren Schrecken verloren.

    Bei den Mushern und ihren Hunden ist es eher umgekehrt ! Alles wird schneller, die Hunde empfindlicher, die Musher in ihren Ruhezeiten immer mehr beschnitten und dann das Ganze noch exorbitant teurer als früher.

    OK ! Man sollte also nicht einfach den "guten Alten Zeiten" nachtrauern, aber die Veränderungen sollten auch Verbesserungen für Hunde & Mensch bringen.

    Und speziell für ID und YQ sollten die Veränderungen auch die Ideen und den Spirit der Gründungsväter bewahren helfen und behutsam weiterentwickeln.

    Alles, was sich weit(er) davon entfernt, sollte nicht mehr die Namen dieser großen Rennen tragen dürfen. Das ist für mich dann nur noch Etikettenschwindel ! Da sollte man schon besser ganz Aufhören und 2 weitere Geschichtsanekdoten den zahlreichen Geschichten Alaskas und des Yukon hinzufügen.

    Dann lieber was ganz Neues, Originelles aus der Taufe heben und mit viel Geduld und Engagement groß päppeln, bis es gleichberechtigt neben den Legenden bestehen kann.

    Das wäre meine Meinung dazu !


    Mush on Swabian Snowdog

    Mein Motto: "Gebt mir Hunde, gebt mir Schnee ! Den Rest könnt ihr behalten ! (div. Quellen)
    “Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote“ (div. Quellen)

    Edited 3 times, last by Snowdog (October 2, 2025 at 7:22 PM).

  • Husky_Heinz
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    • October 3, 2025 at 8:47 PM
    • #3

    Hallo Peter,

    wie immer sehr schön geschrieben.

    Du kannst das einfach..........................Danke Dir dafür.

    Mehr davon.

    Gruß Husky_Heinz

  • Peter_Kamper
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    • October 19, 2025 at 2:39 AM
    • #4

    Yukon Quest Alaska:
    Man hat mir gesagt, dass die YQA Webseite grade 'under construction' ist.
    Auf jeden Fall hat eine alte Bekannte von mir das Telefon im Buero des YQ in Fairbanks abgenommen als ich angerufen habe. Schon mal kein schlechtes Zeichen... :smiling_face:
    -
    Hier aber nun ein paar Gedanken zum 2026 Yukon Quest 750.

    Soweit ich weiss, geht der Trail fuer dieses Rennen ueber Nenana den Tanana River hinunter nach Tanana und nicht über Two Rivers Richtung Central und Circle.
    Hier nun Gedanken dazu:

    -Mindestens die 2/3 des Rennens wird auf dem Eis des Tanana Rivers, des Yukon Rivers undBirch Creek ausgeführt werden.
    Wie vorher schon erwähnt, wird vieles im Rennen darauf ankommen wie die beiden grossen Flüsse (der Tanana und der Yukon) zufrieren.
    Also erst einmal Hut ab vor den Trailbreakern auf dem gefrorenem Flusseis.
    - Die Strecke Richtung Nenana und Tanana laufen zu lassen ist gut und verständlich.
    Checkpoints wie Circle, Central und Two Rivers können gegen Ende des Rennens leichter fuer ’späte’ Musher offen gehalten werden als es sich kleine von der Strasse abgeschiedene Dörfer, die auch keinen wirklichen ökonomischen Tourismus durch Zuschauer erhalten werden es sich leisten können/ wollen.
    - Der jetzigen Karte in Hinsicht auf Checkpoints stehe ich zum Teil etwas zweifelhaft gegenüber.
    Mir zeigt die jetzige Karte eigentlich nur, dass man über gewisse Checkpoints nachdenkt.
    So sind als Checkpoints am Yukon im Augenblick z.B. die Yukon River Brücke UND das nur 40 km entfernte Steven’s Village eingezeichnet.
    Der Fluss oder die Winter Trails zwischen diesen beiden Stellen sind schnell und eben.

    An der Yukon River Brücke kann man mit dem Auto ‘gedroppte’ Hunde abholen. Steven’s Village ist eine kleine Ansiedlung mit vielleicht 50 Einwohnern, die geehrt werden sollte. Vielleicht wird die Yukon River Brücke nur zu einem DogDrop ?
    Dann gibt es natürlich auch noch die Frage in Hinsicht auf Beaver (ein kleiner Ort) oder Fort Yukon.
    Wieso das weit grössere Dorf Fort Yukon östlich der Mündung des Porcupine in den Yukon gar nicht erwähnt wird, ist mir schleierhaft.

    Wie gesagt erscheint es mir, dass hier auch politische Dinge eine Rolle spielen, denn Fort Yukon hat weit mehr Unterkunftsmöglichkeiten und ist ‘moderner’. Vielleicht wird diese Stadt grade deshalb ausgelassen ?
    Der Weg nach Circle und über Central nach Two Rivers ist logisch. Darüber muss man nicht diskutieren.

    Allerdings wird Mile 101 nicht erwähnt.
    Ich habe mit dem Checkpoint seit 10 Jahren nichts mehr zu tuen, aber kämpfte vor 20 Jahren darum ihn von einem Dogdrop zu einem Checkpoint zu machen, damit Musher dort im Falle eines der typischen Winterstürme Dropbags (extra Futter und Ausrüstung) aufnehmen können.
    Auf der Streckenkarte wird Mile 101 noch nicht einmal als Dogdrop erwähnt, was im wahrsten Sinne des Wortes wahrend eines Sturmes ein fataler Fehler sein könnte.

    Man sieht also, dass zwar die Strecke, aber der Rest bis jetzt noch nicht wirklich durchdacht ist.
    Dies wird sich aber sicherlich in den nächsten Wochen ändern und es ist toll, dass so viele Buschdörfer möglicher Weise ins Rennen eingebunden werden sollen.

    -Zu Reisemöglichkeiten kann folgendes gesagt werden:
    Viewpoints ohne Buschflüge mit Wright Air (ca. 130 $ pro Flug/ ein Weg) wären Fairbanks (logisch).
    Dann Nenana (90 km von Fairbanks entfernt).
    Die Yukon River Brücke (200 km von Fairbanks entfernt am Dalton Highway). Soweit ich weiss, ist das Restaurant/ Truckstop dort oben im Winter allerdings geschlossen und wird sicherlich nicht fuer 2 Tage bei -30C geoeffnet werden.Dann natürlich Circle (225 km von Fairbanks entfernt auf dem Steese Highway) sowie auf dem Rückweg zurück nach Fairbanks Central (180 km von Fairbanks entfernt auf dem Steese Highway.)
    Two Rivers liegt auf einer anderen Strasse (Chena Hotsprings Road ca. 80 km von Fairbanks entfernt).

    Wer alle diese Plätze besucht, würde also ca. 800k hin und zurück fahren.
    Dies nur zur Information.

    Wie gesagt sind weder Regeln, Checkpoints oder Dogdrops bisher offiziell bestätigt worden.
    Dies wird aber sicherlich vor dem erstem Anmeldungstag am 8. November passieren.
    Hoffen wir das Beste.

    Happy Trails !
    Peter

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