Er ist sicherlich nicht der Erste, der dort draussen gestorben ist.
Seine Schwimmweste hat aber anscheinend überlebt…
Ich will dem Jungen nichts böses hintersagen, aber:
Es sind Hochmut, Fahrlässigkeit, Hast, Faulheit Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber der Wildnis, die Leute dort draussen töten. Jeder redet über Grizzlies,... die an Gefahr selbst nach Elchmüttern mit Kälbern ganz hinten anstehen.
Die wahre Gefahr ist man sich selbst.
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Als ich mit einem Freund in 1982 zum ersten Mal (!) fuer eine Kanutour weit draussen in den nordischen Busch ging, hielt mir der Oberförster (Chief Canadian Ranger) des nördlichem Saskatchewan (Kanada) in LaRonge eine kurze Rede, die ich mir seitdem fuer 45 Jahre immer zu Herzen genommen habe. Unter anderem meinte er:
“Ihr geht in die hohe Schule des Nordens. Sie wird euch lehren. Die Erfahrungen und Belohnungen, die ihr dort draussen mit gutem Benehmen finden werdet sind etwas, das euch fuer den Rest eures Lebens begleiten wird. Vergesst allerdings nicht, dass die grösste Strafe fuer schlechtes Benehmen dort draussen und in dieser Schule trotzdem der Tod sein kann.”
Natürlich hat uns die Rede damals imponiert, aber trotzdem waren wir von uns mehr überzeugt als von seinen Warnungen.
Wir haben dann auch viele Fehler gemacht. Wir sind gekentert ohne Dinge anzuschnallen, haben Wetter falsch eingeschätzt, in nassen Klamotten geschlafen weil wir nicht acht gaben, Proviant verloren und … und… und.
All dies, während meine Hauptangst damals Grizzlies und Wölfe waren.
Wie auch später üblich sind sie fast (!) alle Grizzlies vor mir weg gelaufen anstatt mich fressen zu wollen.
Die einzige Bärendame, die mich jemals wirklich ‘angriff', machte damals auf der Südseite der Insel Kodiak allerdings einen beeindruckenden Scheinangriff. Trotzdem brach sie ihren Angriff damals schon 50 Meter vor mir ab. Mein Problem war, dass ich von der erfolgreichen Jagd des Tages ein totes Reh auf dem Rücken trug und immer noch Blut die Jacke runter lief obwohl ich das Reh schon ausgenommen und die Brandadern aufgeschnitten hatte. Aber der Wind stand damals gut fuer mich.
Sie und ich einigten uns damals darauf, dass die ganze Sache ein generelles Missverständnis war. Sie grunzte auf den Hinterfuessen stehen laut, drehte sich wieder um und ging zu ihren 200 Meter entfernten an einem Lachsfluss stehenden drei Jungbären zurück.
Es war eher Show als Angriff.
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Es ist wirklich der Kanut, der sich selbst die grösste Gefahr in der hohen Schule des Nordens ist.
Disziplin, Ruhe, Umsicht und sich Zeit nehmen sind die wichtigsten Dinge dort draussen.
Wann immer man sich in der Wildnis in ein Kanu setzt, sollte man dies tuen um zu kentern, …. und nicht nur um zu paddeln. Man bereitet sich darauf vor wenn man das Kanu packt. Geistig und körperlich und mit einem gut gepacktem Kanu.
Alles anderes sind schlechte Zeichen von Hochmut, Selbstüberschätzung und oft auch unnötiger Hast.
“Da hinten rauscht das Wasser. Ich muss nicht anhalten, denn das schaffe ich schon.”
Berühmte letzte Worte…
Es ist genau diese Einstellung, die eine von Vielen nicht ernst genommene ‘hohe Schule des Nordens’ manchmal einfach nicht verzeiht.
Der alte Chief der Canadian Rangers hatte damals mehr als Recht, als er mit einem leichtem Schulterzucken sagte: “… und die grösste Strafe in dieser Schule dort draussen ist eben nun mal immer noch der Tod."
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Es tut mir Leid um den Jungen.
Vielleicht wird er ja mal wieder zu einer oft erneuerte Lehre fuer diejenigen werden, die nach ihm kommen.
Es ist nicht vermeintlicher Heldentum, der dort draussen zählt. Es ist Respekt vor der Wildnis und der Wille zu lernen wenn der Tag und das Land es erfordert.
Peter